Porträt Nr. 5: Helsinki

Modern, dynamisch, lebendig: Helsinki

Ihrem Ruf als „Perle an der Ostsee“ macht die finnische Hauptstadt alle Ehre: Mit einer beeindruckenden Architektur, bunten Plätzen, einem vielfältigen Kulturangebot und einem Lifestyle, in dem die finnische Design-
tradition allgegenwärtig ist, gilt Helsinki heute als eine der lebenswertesten Städte der Welt. Wir setzen unser Special zu den Top 6-Städten mit der höchsten Lebensqualität fort und stellen Ihnen mit Helsinki nun die Stadt Nr. 5 aus der Studie „Global Liveable Cities Index“ im Porträt vor.

Wachsende Metropole am Wasser

Weltdesignhauptstadt mit ambitionierten Zielen

Helsinki bildet gemeinsam mit den Nachbarstädten Espoo, Kauiniainen und Vantaa sowie weiteren angrenzenden Gemeinden eine dicht besiedelte Hauptstadtregion, in der rund 1,4 Millionen Menschen leben. Auf die Hauptstadt selbst entfallen gegenwärtig rund 613.000 Einwohner.
Als politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Finnlands hat Helsinki in den vergangenen Jahren enorm an Anziehungskraft gewonnen. Die Ernennung zur europäischen Kulturhauptstadt im Jahr 2000 sowie zur Welt-Designhauptstadt im Jahr 2012 hat einen zusätzlichen Imagegewinn eingebracht und zu einem kontinuierlichen Bevölkerungswachstum geführt. Prognosen zufolge sollen im Jahr 2050 mehr als 850.000 Menschen in der Hauptstadt leben.
Den bevorstehenden Herausforderungen begegnet Helsinki mit einer weitsichtigen Stadtentwicklung, die auf hohe Lebensqualität, weitläufige Naherholungsgebiete, eine gut ausgebaute öffentliche Infrastruktur und Bürgernähe setzt.
Bild 1: Der blendend weiße Dom auf dem Senatsplatz gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.
Bild 2: Das fußgängerfreundliche Zentrum Helsinkis besticht durch eine Architektur von schnörkelloser Eleganz.
Bild 3: Der Esplanadenpark im Herzen der Stadt ist seit 200 Jahren ein beliebtes Ausflugsziel für Einwohner und Touristen.
Bild 4: Ein Erlebnis ist die Fahrt mit der Vintage-Straßenbahn von 1919, die mehrmals täglich am Marktplatz startet.
Bild 5: Die Finlandia-Halle, ein Werk des bekannten finnischen Architekten Alvar Aalto, ist ein städtisches Konzert- und Veranstaltungszentrum. Das mit weißem Carrara-Marmor verkleidete Gebäude fällt bereits von weitem auf.
Bild 6: Das Museum für Zeitgenössische Kunst "Kiasma" ist eines von rund 80 Museen in Helsinki.
Bild 7: Auf dem ehemaligen Hafengelände entsteht derzeit der neue Stadtteil "Kalasatama". Das Gebiet in Zentrumsnähe
soll Wohnraum für 20.000 Menschen bieten und der erste intelligente Stadtteil von Helsinki werden. 
 

Hafenumzug bietet Platz für attraktive maritime Stadtteile

Neuer Wohnraum für rund 50.000 Menschen

Durch die Verlagerung des Frachthafens aus der Innenstadt in den östlichen Stadtteil Vuosaari im Jahr 2008 sind in Innenstadtnähe riesige Flächen frei geworden, die einen regelrechten Bauboom ausgelöst haben. Derzeit entstehen hier gleich drei attraktiv am Meer gelegene Stadtteile, in denen bis zum Jahr 2030 insgesamt rund 50.000 Menschen leben sollen.
Die neuen Bezirke Jätkäsaari, Kalasatama und Kruunuvuorenranta werden nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit gestaltet: Vorgesehen sind kompakte Quartierstrukturen mit einer gesunden Balance zwischen Eigentums- und Mietwohnungen, vielfältigen Einkaufs-, Dienstleistungs- und Kulturangeboten sowie ein flächendeckendes öffentliches Nahverkehrsnetz an Straßenbahnlinien.
Weitläufige Parkanlagen mit Zugang zu Badestränden und Küstenpromenaden sowie großzügig angelegte Grüngürtel sollen die urbanen Strukturen in den Wohnvierteln auflockern und Raum zum Erholen bieten. 

Vorfahrt für den öffentlichen Verkehr

Straßenbahn und Fahrrad lösen das Auto ab

Zeitgleich wird in den bestehenden Stadtteilen durch Nachverdichtung Wohnraum geschaffen und in den öffentlichen Verkehr investiert. So sieht der neue Flächennutzungsplan, der voraussichtlich 2016 vom Stadtrat von Helsinki verabschiedet wird, unter anderem den Umbau der Autobahnen innerhalb des inneren Stadtrings in Straßen mit Fahrradspuren vor. Langfristiges Ziel der Stadtentwicklungsmaßnahmen ist eine fußgänger- und fahrradgerechte Infrastruktur, bei der das Auto seine Stellung als primäres Verkehrsmittel verliert.

Nachhaltige Energieziele

Helsinki vom europäischen Konvent der Bürgermeister ausgezeichnet

Als besonders nachhaltig und klimaschonend erweisen sich auch die Energielösungen der Stadt: Für die effiziente Erzeugung von Strom, Fernwärme und Fernkälte ist Helsinki im Jahr 2012 vom europäischen Konvent der Bürgermeister ausgezeichnet worden. Das Gremium aus 4.000 Bürgermeister und Behörden ist eine offizielle europäische Bewegung mit dem Ziel, die energiepolitischen Vorgaben der Europäischen Union zur Reduzierung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent noch zu übertreffen. Herausragende Konzepte einer nachhaltigen lokalen Energieerzeugung würdigt der Konvent seit 2008 mit einer Auszeichnung. Diese wurde bislang insgesamt 14 mal vergeben.
Eine ausgesprochen innovative Methode zur Wärmeerzeugung hat der städtische Stromversorgungsbetrieb “Helsingin Energia” entwickelt: Dabei wird Restwärme aus einem riesigen unterirdischen Computerzentrum zum Beheizen von Gebäude und Wasser genutzt. Die Wärme entsteht als Nebenprodukt der notwendigen Kühlung der Computer. Sie wird in das Fernwärmenetz eingeleitet und versorgt etwa 500 Haushalte mit Energie.

Helsinki wird zur smarten Stadt

Digitale Services per Mausklick

Ein weiterer strategischer Schwerpunkt von Helsinkis nachhaltiger Stadtentwicklung ist das breite Angebot an interaktiven Online-Services, die von der Dienstleistungssuche über ein Bürgerservice-Portal bis hin zu weitreichenden Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung zu aktuellen städtischen Vorhaben reichen. Mit dem „Helsinki City Open WLAN“ bietet Helsinki in der gesamten Stadt ein WLAN-Netzwerk an, das ohne Registrierung genutzt werden kann.

Stadteigenes Unternehmen entwickelt benutzerfreundliche Apps

Um den Zugang zu öffentlichen Informationen zu vereinfachen und diese in Form von alltagstauglichen digitalen Services optimal zu verwerten, haben Großunternehmen der Digitalbranche und der öffentliche Sektor in Helsinki im Jahr 2006 das „Forum Virium“ gegründet. Das stadteigene Unternehmen konzipiert benutzerfreundliche Apps, die das alltägliche Leben und die Mobilität der Menschen in der Stadt erleichtern sollen.
Dafür greift Forum Virium auf öffentlich zugängliche Daten von städtischen Ämtern, Behörden und Betrieben zurück. So werden beispielsweise ausgewählte Daten von einer Fahrinfo-App genutzt, mit Hilfe derer die günstigste Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ermittelt werden kann.

„Smart Kalasatama“ soll erster intelligenter Stadtteil von Helsinki werden

Wie digitale Technologien und e-Dienste aktiv in die Stadtentwicklung einbezogen werden können, wird aktuell im entstehenden Quartier „Kalasatama“ getestet: Hier sollen in engem Austausch zwischen Bürger, angesiedelten Unternehmen und der Stadt neue Dienstleistungen und Produkte aus den Bereichen Wohnen, Energie, Mobilität, Bildung und Gesundheit im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung breit eingesetzt werden. Angedacht sind beispielsweise Apps, die über Verkehrsmeldungen oder die Luftqualität informieren sowie Auskunft über die nächste Ladestation für Elektro-Carsharing-Autos geben.
Das Projekt „Smart Kalasatama“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der finnischen Technologie- und Innovationsförderagentur Tekes und der Stadt Helsinki. Die Umsetzung des Projektes übernimmt wiederum das stadteigene Unternehmen „Forum Virium“.

Weitere Informationen

Die offizielle Website von Helsinki bietet zahlreiche Informationen rund um Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten und aktuelle Veranstaltungen: www.visithelsinki.fi/de
Bilder: Fotolia/Mark Oleksiy, Visit Helsinki/Vespiano13, Visit Helsinki/Lauri Rotko, Visit Helsinki/Mika Lappalainen,
Visit Helsinki/Niclas Sjöblom, Visit Helsinki/Katri Pyyonen, Visit Helsinki/Kaisa Luukannel, City of Helsinki Media Bank