Porträt Nr. 2: Zürich

Grüezi in Zürich

Mitten in der Stadt die einmalige Seekulisse genießen, auf der Wiese liegen, am Limmatufer spazieren und dabei die Annehmlichkeiten einer international angesehenen
Wirtschafts- und Kulturmetropole in fußläufiger Nähe haben – Zürich bietet alle Qualitäten einer äußerst attraktiven und lebenswerten Stadt. Entsprechend listet das Städteranking „Global Liveable Cities Index“ Zürich auf Platz 2 der lebenswertesten Städte weltweit.

Weltstadt im Kleinformat 

Im Großraum der Limmatstadt leben 1,7 Millionen Einwohner. Auf die Stadt Zürich selbst entfallen rund 400.000 Menschen aus über 170 Ländern. Die Vielfalt der Mentalitäten und Lebensstile hat der Hauptstadt des gleichnamigen Kantons und der größten Stadt der Schweiz den Ruf einer weltoffenen „kleinen“ Metropole mit Flair eingebracht. Mit ihrer lebendigen Stadtkultur, ihrem Freigeist sowie dem nachhaltigen Wirken in den Bereichen Stadtentwicklung, Umwelt und Energie ist Zürich heute ein wichtiges wirtschaftliches, kulturelles und gesellschaftliches Zentrum der Schweiz und hat sich in Europa als führender Wirtschafts- und Bildungsstandort sowie bedeutender Finanzplatz einen Namen gemacht.

Bild 1: Zürich – einmalige Lage am See.
Bild 2: Die einladenden Grünanlagen rund um den Zürichsee bieten mitten in der Stadt Raum zum Erholen und für sportliche Aktivitäten – sowie ein attraktives Panorama.
Bild 3: Zürichs historische Altstadt lädt mit charmanten Läden und Gaststätten zum Bummeln, Flanieren und Einkehren ein.
Bild 4: Auf dem ehemaligen Gelände einer Papierfabrik steht heute das Sihlcity – ein Shoppingparadies mit Boutiquen, einem Kinocenter, Hotel und Gastronomie.
Bild 5: Mit ihren markanten Doppeltürmen ist die evangelisch-reformierte Kirche Großmünster das Wahrzeichen der Stadt.
Bild 6: Das Opernhaus Zürich ist Bühne für internationale Stars und zählt zu den bedeutendsten Opernhäusern der Welt.
Bild 7: Auf dem 47.000 Quadratmeter großen Hardturmareal im neuen Stadtgebiet Zürich-West entstehen derzeit moderne Wohnungen, Flächen für Einzelhandel und Gewerbe sowie  großzügige Freiräume.
Bild 8: „Frau Gerolds Garten“ ist der angesagte Szene-Treff in Zürich-West: Das 2500 Quadratmeter große Gelände beherbergt einen Stadtgarten, Restaurants, Bars sowie Shops für Kunst und Design und zieht täglich zahlreiche Besucher und Gäste an.
Bilder: Fotolia/Gina Sanders, Celeste Clochard, Sabine Klein; Zürich Tourism/Elisabeth Real, Gaetan Bally; Stadt Zürich.
 

Stadtqualitäten für die Zukunft stärken

Nachhaltige Entwicklung auf allen Ebenen 

Mit einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Stadtentwicklung stellte die Stadt Zürich schon vor Jahren die Weichen für urbane Vielfalt, hohe Umweltqualitäten, eine ausgezeichnete Infrastruktur und den ressourcenschonenden Umgang mit Energie. Um diese Entwicklung auch in Zukunft sicherzustellen, richtet die Stadt ihr Handeln nach übergeordneten Strategien aus. Sie sollen die Standortqualitäten weiter stärken und den Bürgern ein attraktives Lebensumfeld bieten.
„Strategien Zürich 2035“
Im Jahr 2014 hat der Stadtrat unter dem Titel „Strategien Zürich 2035“ wesentliche Entwicklungsperspektiven neu definiert.
Sie umfassen Handlungsempfehlungen, etwa zur vorausschauenden Stadtraum- sowie einer umweltverträglichen Verkehrsplanung.

Verdichtung bestehender Stadtquartiere

Zürich wirkt wie ein Magnet: Seit 1997 wächst die Einwohnerzahl kontinuierlich, im Jahr 2014 überschritt sie erstmals die Schwelle von 400.000 Personen. Bis 2040 rechnet die Stadt mit einer Bevölkerungszunahme von rund 80.000 Menschen, auf Kantonebene belaufen sich die Prognosen auf ein Plus von 280.000 Einwohnern.
Bei begrenzten räumlichen Kapazitäten ist die qualitätsvolle Verdichtung der Wohnquartiere unter Berücksichtigung ihrer gewachsenen Identität eine zentrale Maßnahme in der städtischen Raumplanung.

Aus ehemaligen Industriearealen wird neuer Lebensraum 

Zeitgleich werden große ehemalige Industrieareale in Zürich-West etappenweise zu einem attraktiven Stadtteil mit vielversprechender Nutzungsmischung umgeformt. Bei der Gestaltung von Architektur und öffentlichen Räumen sollen städtebauliche Markenzeichen gesetzt werden, die sich am Grundsatz der Nachhaltigkeit orientieren.
Vorgesehen ist ein bunter Nutzungsmix aus Wohnhäusern, Gewerbe, Dienstleistung, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten, Szene-Treffs, ein neues multifunktionales Großstadion sowie Schul- und Sportanlagen.

Qualität und Zugang zu Freiräumen erhöhen

Obwohl Zürich bereits über zahlreiche See- und Flusszugänge sowie eine gut ausgebaute Grünstruktur im gesamten Stadtgebiet verfügt, strebt die Stadt eine Verbesserung des Anschlusses an Naherholungsräume an. Laut Umweltbericht 2015 soll jede Person im Umkreis von 15 Gehminuten 8 Quadratmeter öffentlich zugänglichen Freiraum vorfinden.
Die hier teilweise schon realisierten Veränderungen umfassen die Aufwertung und bessere Nutzung bestehender Erholungsflächen in den Siedlungsgebieten und in der Innenstadt. So werden Plätze und Straßen mit Schatten spendenden Bäumen, Brunnen und Sitzgelegenheiten für einen angenehmeren Aufenthalt umgestaltet. Baumalleen und Innenhofbegrünungen leisten ebenfalls einen wichtigen Beitrag für ein gutes Stadtklima.

Ganzheitliche Mobilitätsstrategie

Zürich verfügt über ein ausgezeichnetes, modernes und weit verzweigtes öffentliches Verkehrsnetz: Trams, Busse, S-Bahnen und Seilbahnen bieten ein effizientes Transportangebot. 340 Kilometer Radwege und gute Fußwegverbindungen im Stadtzentrum ergänzen die Infrastruktur.
Als Folge des Bevölkerungswachstums rechnet die Stadt bis zum Jahr 2030 mit einer Zunahme der jährlichen Fahrgäste von derzeit 325 Millionen auf 420 Millionen Personen. Für den öffentlichen Verkehr ergibt sich dadurch ein steigendes Verkehrsvolumen, das Zürich mit einer ganzheitlichen Mobilitätsstrategie auffangen will: Die Verkehrsträger werden unter Berücksichtigung der öffentlichen Raumgestaltung gezielt dort gefördert, wo ihre Stärken liegen. In der Praxis bedeutet das eine bessere Vernetzung der bestehenden Ver- und Anbindungen, ein störungsfreier und pünktlicher Verkehrsbetrieb, leicht zugängliche Haltestellen und eine moderne Fahrgastinformation. Durch diese Verbesserungen erhofft sich die Stadt auf lange Sicht eine Verlangsamung des motorisierten Individualverkehrs.
Das Angebot und die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs werden daher konsequent gefördert. Dazu gehört der Ausbau an Gehwegen und Plätzen, um den öffentlichen Raum als Begegnungs- und Aufenthaltsort erlebbar zu machen. Im Radwegenetz werden Lücken geschlossen und vorhandene Wege verbessert.

Unterwegs zur 2000-Watt-Gesellschaft – Ein Generationenprojekt

Sparsamer und effizienter Umgang mit Energie

Eng verknüpft mit den Stadtentwicklungsstrategien ist die fortschrittliche Energie-, Umwelt- und Klimaschutzpolitik der Stadt, die auf Umweltverträglichkeit setzt und ohne neue Kernkraftwerke auskommen möchte.
Unter dem Motto „2000-Watt-Gesellschaft“ will die Stadt einen langfristigen Beitrag für mehr Klimaschutz leisten, indem sie
  • den Energieverbrauch von heute 5000 Watt auf langfristig 2000 Watt pro Person senken will,
  • den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 auf eine Tonne pro Person und Jahr reduzieren will,
  • erneuerbare Energien und Energieeffizienz fördert und
  • die Beteiligung an Atomkraftwerken nach dem Auslaufen der Betriebsbewilligungen ab dem Jahr 2025 nicht mehr erneuert.

Im Rahmen einer Volksabstimmung im November 2008 sprachen sich 76 Prozent der Bevölkerung für das Klimaschutz-Konzept aus – seitdem ist die Idee der „2000-Watt-Gesellschaft“ fest in der Gemeindeordnung verankert. An der Umsetzung der Ziele beteiligen sich zahlreiche Behörden, städtische Betriebe und Unternehmen.

Neue energetische Standards für Gebäude

Ein Großteil des Energieverbrauchs in Zürich entfällt - etwa durch wenig effiziente Heizungsanlagen - auf bestehende Gebäude. Für neue städtische Bauvorhaben gilt daher die Richtlinie „Sieben Meilenschritte für umwelt- und energiegerechtes Bauen“: Die Vorgaben sehen unter anderem ökologisch und gesundheitlich unbedenkliche Baustoffe wie Recyclingbeton oder Holz vor. Darüber hinaus müssen mindestens 40 Prozent des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden.

Strom aus Windenergie und Wasserkraft

Die städtischen Energieunternehmen produzieren schon heute einen Teil des benötigten Stroms in Wasserkraft- und Windanlagen. Und in das städtische Fernwärmenetz speist das Elektrizitätswerk (EWZ) der Stadt Wärme aus Abfallverbrennungsanlagen ein.
Durch die Nutzung von Fernwärme aus Abfall und Holz, von Umweltwärme über Wärmepumpen und den hohen Anteil an Ökostrom stammten im Jahr 2014 bereits 25 Prozent der Endenergie aus erneuerbaren Energiequellen.

Zürich als Zugpferd

Zürich ist die erste Stadt, die sich das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft so verbindlich vorgenommen hat. Um auch andere Städte für diese Strategie zu gewinnen, engagiert sich Zürich international in unterschiedlichen Netzwerken, wie dem ICLEI – Local Governments for Sustainability, dem Convent of Mayors oder dem Klimabündnis. Gelingt die Umstellung, geht die Limmatstadt europa- und weltweit mit gutem Beispiel voran –und profitiert zugleich, da sie für Menschen und Unternehmen noch weitaus attraktiver wird, als sie es ohnehin schon ist.

Weitere Informationen

Offizielle Website der Stadt Zürich: www.stadt-zuerich.ch
Näheres zur 2000-Watt-Gesellschaft finden Sie auf dem Portal der Stadt Zürich:
https://www.stadt-zuerich.ch/gud/de/index/umwelt/2000-watt-gesellschaft.html