Die Nummer 1

Genf: Seemetropole mit kosmopolitischem Flair

Idyllisch eingebettet zwischen Alpengipfeln und dem Hügelzug des Juras, liegt Genf am äußersten Rand des Genfer Sees. Die starke internationale Verflechtung der UNO-Friedenshauptstadt sowie ein attraktives Stadtbild mit unzähligen Parks, belebten Altstadtgassen und herrlichen Seepromenaden schaffen beste Voraussetzungen für eine einmalige Lebensqualität. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Global Liveable Cities Index“ – und kürt Genf zur lebenswertesten Stadt der Welt.

Zentrum mit internationaler Strahlkraft 

Der Ballungsraum Genf ist Lebensraum und Wohnort von 1,2 Millionen Menschen. Die Stadt selbst zählt hingegen gerade einmal 200.000 Einwohner – ihre internationale Ausstrahlung jedoch übersteigt bei weitem die einer vergleichbar großen Stadt. 25 internationale Organisationen, darunter die Vereinten Nationen (UNO), die Welthandelsorganisation (WTO) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben ihren Hauptsitz in Genf. Repräsentanten von über 160 Staaten vertreten hier ihre Regierungen bei internationalen Konferenzen. Hinzu kommen Niederlassungen von 250 Nichtregierungs-
organisationen wie das Internationale Komitee des Roten Kreuzes. Genf gilt darüber hinaus als eine der grünsten Städte Europas und ist bekannt für das vielfältige Kultur- und Kunstangebot.

Bild 1: Die einmalige Lage am See und das internationale Flair machen unter anderem Genfs Stadtqualitäten aus.
Bild 2: Bis zu 140 Meter hoch sprudelt die Wasserfontäne „Jet d’eau“ – das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt.
Bild 3: Der Palast der Vereinten Nationen beherbergt den europäischen Hauptsitz der UNO.
Bild 4: Die Genfer Altstadt besticht durch charmante Plätze und Gassen.
Bild 5: Schattige Alleen und einige der schönsten Baudenkmäler der Stadt finden sich im „Parc des Bastions“.
Bild 6: Das Opernhaus „Grand Théâtre“ ist die grösste Bühne der Westschweiz und bietet pro Spielzeit rund 100 Vorstellungen von internationalem Niveau.
Bild 7: Das neue Stadtviertel „Praille-Acacias-Vernets“ versteht sich als Vorbild einer nachhaltigen Stadtentwicklung.
Bilder: Fotolia/Elenarts, Krasnevsky, Leonid Andronov; Genève Tourisme/Michel Frossard, Olivier Miche;
ernst niklaus fausch architekten Zürich.
 

Eine Stadt mit vielen Trümpfen

Wasser und Parkanlagen sorgen für angenehmes Stadtklima

In Genf bestimmen das Wasser und eine Vielzahl an gepflegten Grünflächen das Stadtbild: Schon die herrliche Lage am Genfer See, dem größten See in Westeuropa, mit Blick auf den schneebedeckten Gipfel des Mont Blanc, macht die Stadt ausgesprochen attraktiv und übt einen starken Einfluss auf den Lifestyle aus.
Seepromenaden und Spazierwege entlang des Flusses Rhône, der sich durch die Stadt schlängelt, sowie eine Vielzahl an weitläufigen Parkanlagen am Wasser und in der Altstadt bieten der Bevölkerung einen hohen Erholungs- und Erlebniswert.
Als wichtige Zeugen der Stadtgeschichte erinnern sie an große Botaniker-Persönlichkeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert wie Saussure, de Candolle und Boissier, deren einzigartige Pflanzen-Sammlungen an einheimischen und exotischen Sorten heute die städtischen Parks und Gärten bereichern.
Insgesamt erstrecken sich die Grünanlagen auf eine Gesamtfläche von 310 Hektar – das entspricht einem Fünftel des Stadtgebietes.

Klein und fein: Die Altstadt

Architektonische Meisterwerke, Galerien, malerische Plätze und belebte Gassen offenbaren in der historischen Altstadt die monumentale Pracht von Genf. Zu den Hauptattraktionen gehören unter anderem die Kathedrale Saint-Pierre, von deren Turmspitze sich ein atemberaubender Panoramablick über die Stadt und den See eröffnet, sowie auch das historische Rathaus. Das Gebäude beherbergt den berühmten Alabama-Saal, in dem im Jahr 1864 die erste Genfer Konvention – ein Grundstein des humanitären Völkerrechts – unterzeichnet worden ist.

Hotspot für Kultur und Kunst

Mit 40 öffentlichen und privaten Museen, 47 Bibliotheken und mehr als 20 Bühnen für Tanz und Theater wartet Genf mit einem vielfältigen Kulturprogramm von höchster Qualität auf. Auch die Musik und das Kino besitzen einen hohen Stellenwert: Zahlreiche Filmfestivals, wie das seit dem Jahr 2003 jährlich stattfindende „Internationale Filmfestival und Forum für Menschenrechte“ sowie Veranstaltungen für alle Musik-Genres lassen Film- und Musikliebhaber ganz auf ihre Kosten kommen.
Um Kunst dreht sich alles im Stadtviertel „Quartier des Bains“: Neben Galerien und Designer-Showrooms gilt das hier ansässige und 1994 gegründete Museum für zeitgenössische Kunst „Mamco“ als wichtiger europäischer Umschlagplatz für moderne Kunst.

Gefragter Wirtschaftsstandort

Genf ist nicht nur der sechstwichtigste Finanzplatz der Welt, sondern auch Sitz zahlreicher internationaler Unternehmen beispielsweise aus der Pharmazie, Biotechnologie und auch aus der prestigeträchtigen Uhrenindustrie, die in der Stadt eine mehr als 400jährige Tradition hat. Die hervorragende weltweite Vernetzung, der internationale Flughafen – nur 5 Kilometer von der Stadtmitte entfernt – sowie ausgezeichnete Zugverbindungen zu allen europäischen Hauptstädten bieten beste Rahmenbedingungen für international agierende Unternehmen und hochqualifizierte Arbeitskräfte.

Stadtentwicklung setzt auf Nachhaltigkeit 

Mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten

Die attraktiven Standortfaktoren haben in den vergangenen Jahren – wie in vielen anderen europäischen Großstädten – zu einem überproportionalen demographischen und wirtschaftlichen Wachstum geführt. Bis zum Jahr 2035 prognostiziert das Schweizer Bundesamt für Statistik eine Zunahme der Bevölkerung im Kanton Genf von heute rund 470.000 auf 542.ooo Einwohner. Entsprechend steigt die Nachfrage nach einem hohen Lebensstandard, bezahlbarem Wohnraum und guten Verkehrsverbindungen.
Bereits heute ist die Stadt Genf mit einer Bevölkerungsdichte von 12.000 Einwohnern pro Quadratkilometer eine der am dichtesten besiedelten Regionen der Schweiz. Für die Stadt ergeben sich dadurch vielschichtige Herausforderungen, denen mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung begegnet werden soll.
Zu den wesentlichen Prioritäten in der Stadtplanung gehört die qualitätsvolle Gestaltung des Stadtgebiets, eine umweltfreundliche Energie- und Klimapolitik sowie eine Weiterentwicklung und Verbesserung des öffentlichen Verkehrsnetzes.

Kompakte, multipolare und grüne Raumnutzung

Ein angespannter Wohnungsmarkt in der Stadt selbst hat in der Vergangenheit viele Arbeitnehmer bewogen, entweder ins Umland, in den benachbarten Kanton Waadt oder nach Frankreich zu ziehen. Vor diesem Hintergrund will die Stadt zukünftig die räumliche Trennung von Wohnen und Arbeiten weitgehend aufheben. „Besser und dichter bauen, um keinen Platz zu verschwenden“, lautet das Motto des Amtes für Raumentwicklung und Städtebau, das derzeit ganz nach diesem Grundsatz mehrere Projekte zur Stadterneuerung plant.
Das größte davon ist das Neubaugebiet „Praille-Acacias-Vernets“ auf einem zentral gelegenen Industriegelände aus den 1960er Jahren. Es schließt unmittelbar an die Innenstadt an, ist für den Verkehr gut erschlossen und bietet kurze Wege ins Zentrum. Langfristig sollen hier 11.000 neue Wohnungen und 20.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Die derzeit 1.600 niedergelassenen örtlichen Handwerksbetriebe und Unternehmen müssen in die nähere Umgebung umsiedeln, damit spätestens im Jahr 2020 der erste Spatenstich erfolgen kann.

„Praille-Acacias-Vernets“: Städtebau durch Umnutzung

Aufgrund des räumlich begrenzten Stadtgebietes und dem notwendigen Schutz des Grüngürtels ist eine Ausdehnung der Stadt nach Außen kaum möglich. Das citynahe Industrieareal bietet mit seiner 230 Hektar großen Fläche ausreichend Raum für eine Umwandlung in ein attraktives Siedlungsgebiet, das im Volksmund „Downtown Geneva“ genannt wird. Zu den prägenden Elementen zählen eine hohe Gestaltungsqualität mit innovativer Architektur, eine starke Nutzungsmischung von Wohnen, Einzelhandel, Büroeinheiten, Schul- und Sportbauten sowie öffentliche Räume, Straßen, Plätze und Grünanlagen mit hohem Wohlfühlfaktor.
Das städtebauliche Konzept entwickelte die Stadt Genf gemeinsam mit dem Zürcher Architektur- und Planungsbüro ernst niklaus fausch in Anlehnung an das Gestaltungsmuster des Stadtteils Zürich-West. Zu den Schlüsselprojekten des Masterplans „Praille-Acacias-Vernets“ gehört ein modernes Geschäftszentrum, genannt „Place de l’Etoile“. Mit S-Bahn-Anschluss und mehreren Hochhäusern mit bis zu 175 Metern Höhe soll das moderne Zentrum des Stadtteils nicht zuletzt auch Genfs Stellung als internationale Stadt nachhaltig stärken.

Energie- und Klimapolitik

Aufgrund des räumlich begrenzten Stadtgebietes und dem notwendigen Schutz des Ambitionierte Ziele hat sich die Stadt auch in der Energie- und Klimapolitik gesetzt: Um die Luftqualität zu verbessern und die Umwelt zu entlasten, ist bis zum Jahr 2020 eine Reduzierung der CO2-Emmissionen um 20 Prozent vorgesehen, bis 2050 soll der CO2-Ausstoß auf Null gesenkt werden. Zeitgleich strebt Genf bis zum Jahr 2050 eine Vollversorgung durch erneuerbare Energien an.
Wesentliche Initiativen hat die Stadt bereits in die Wege geleitet: Die nahezu flächendeckende Umrüstung der öffentlichen Beleuchtungsanlagen auf energieeffiziente LED-Technik hat eine jährliche Energieeinsparung von 35 Prozent eingebracht.
Nach einem erfolgreich verlaufenen Pilotprojekt zum Einsatz von Elektrobussen im öffentlichen Verkehr will Genf ab Dezember 2016 einen Teil der Dieselbusse durch die rein elektrisch angetriebenen Modelle ersetzen: Dank einer leistungsfähigen Batterie auf dem Dach, die an jeder vierten Haltestelle während des Ein- und Aussteigens der Passagiere in nur 15 Sekunden aufgeladen wird, kommen die Busse ohne Oberleitungen aus und sind besonders umweltfreundlich unterwegs.

Ausbau des öffentlichen Verkehrs

Aufgrund des räumlich begrenzten Stadtgebietes und dem notwendigen Schutz des Genf verfügt über ein ausgezeichnetes öffentliches Verkehrsnetz mit Straßenbahnen, Bussen und S-Bahnen, die das Stadtgebiet flächendeckend abdecken.
Ein dicht getakteter Fahrplan hält die Warte- und Reisezeiten kurz und gewährleistet zuverlässige Anbindungen.
Mit dem starken Wachstum der Stadt steigt auch die Nachfrage im öffentlichen Verkehr. Im Jahr 2014 verzeichneten die Genfer Verkehrsbetriebe TPG innerhalb ihres Tarifverbundes 202 Millionen Fahrgäste. Prognosen zufolge wird die Nutzungs-
nachfrage in den kommenden Jahren weiter steigen.
Vor diesem Hintergrund setzt die Stadt auf das multimodale Mobilitätskonzept „Mobilités 2030“: Es sieht eine noch leistungsfähigere öffentliche Infrastruktur durch die Verdichtung der Verkehrserschließung mit Straßenbahn, Bus und S-Bahn vor. Dabei erlebt die Genfer „Tram“ eine Renaissance: Das derzeit 33 Kilometer umfassende Straßenbahnnetz wird in den kommenden Jahren sukzessive um 20 Kilometer erweitert. Angestrebt sind darüber hinaus Tram-Verbindungen zum Vorort Saint-Genis und zur französischen Stadt Annemasse.
Ergänzend plant die Stadt vermehrt Fußgängerzonen im Zentrum und fördert mit kostenlosen Fahrradverleih-Stationen das Umsteigen auf Zweiräder.

Herausragende Qualitäten auf kleinster Fläche

Weltstadt im Aufschwung

Mit ihren breit aufgestellten Stadtentwicklungsstrategien liefert „die kleinste Metropole der Welt“ nicht nur vielversprechende Beispiele für nachhaltige städtische Lebensräume. Zwischen höchster Urbanität, internationalem Flair und einzigartigen Naturlandschaften ist hier die hohe  Lebensqualität in allen Facetten allgegenwärtig – und wartet nur darauf, entdeckt zu werden.
Wir gratulieren Genf gemäß der Studie „Global Liveable Cities Index“ zum Titel „lebenswerteste Stadt der Welt“!

Weitere Informationen

Offizielle Website von Genf: https://www.geneve.ch/welcome_de.html