16. Dezember 2014

Auf dem Weg zur
Smart City

In den vergangenen Jahrzehnten sind Städte zu den zentralen Lebens-
räumen von Menschen geworden. Um eine hohe Lebensqualität für die Bürger sicherzustellen, bedarf es weitsichtiger Konzepte der Stadtentwicklung: Zukunftsfähige Städte setzen auf einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen, intelligente Mobilitäts- und Kommunikationssysteme sowie gemeinschaftliche Wohn- und Lebensräume.

Smart City – die Vision einer intelligenten Stadt der Zukunft

Städte der Zukunft sind nachhaltig, energieeffizient und lebenswert

Aus der Notwendigkeit heraus, vorhandene städtische Strukturen und die damit verknüpften Nutzungen wie Arbeit, Wohnen und Freizeit neu zu interpretieren, hat sich in Europa als übergeordnetes Leitbild einer zukunftsfähigen Stadt das Modell der „Smart City“ etabliert. Der Sammelbegriff bezieht sich auf ganzheitliche urbane Entwicklungskonzepte, die Innovationen aus den Bereichen Energie, Verkehr sowie Informations- und Kommunikationstechnologie intelligent und integrativ nutzen, um das Leben in der Stadt effizienter und attraktiver zu gestalten.

Berlin, Köln, Wien - „Smart Cities“ mit Vorbildcharakter

Ambitionierte Ziele im Sinne einer „Smart City“ haben sich deutschen Großstädte wie Berlin oder Köln bereits gesetzt. Eine effiziente Infrastruktur, eine umweltverträgliche Mobilität, beispielhafte Klimaschutz-Projekte und eine hohe Lebensqualität prägen hier den Alltag. Auch Österreichs Hauptstadt Wien mit 1,8 Millionen Einwohnern trägt das Prädikat „Smart City“ und versteht sich als „intelligente Stadt“, was innovative Lösungen in den Bereichen Energie, Mobilität und Infrastruktur anbelangt.

Smart City Wien: Eine lebenswerte Stadt

„Beste Lebensqualität bei größtmöglicher Ressourcenschonung“ – das Leitziel der Smart City Wien bis zum Jahr 2050 bekräftigen mehr als 150 Vertreter aus Stadtverwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, die auf dem 7. Smart City Wien Stakeholderforum Anfang November 2014 die weitere Umsetzung der Smart City-Rahmenstrategie erörterten.

Das 2011 verabschiedete Konzept gliedert sich in die Handlungsfelder Ressourcen, Innovation und Lebensqualität. Zu den angestrebten Zielen gehört etwa die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent pro Kopf. Darüber hinaus gilt für alle Neu- und Umbauten ab 2018/2020 ein Niedrigstenergie-Gebäudestandard. Umfassende Sanierungen an Bestandsgebäuden sollen zur Reduktion des Energieverbrauchs um 1 % pro Kopf und Jahr beitragen.
Mit Blick auf das übergeordnete Ziel, die Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Europa zu werden, stehen die soziale Inklusion sowie umfangreiche Mitgestaltungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bürger stets im Fokus der Rahmenstrategie. So gelten soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit als zentrale Grundsätze einer umfassenden Daseinsvorsorge.
Bild 1: Die Donau City ist ein zentrumsnaher, moderner Stadtteil im 22. Wiener Bezirk. Seine unmittelbare Nähe
zur Natur sowie die wunderbare Aussicht auf die Donau machen das Viertel besonders attraktiv.
Bild 2: Im Nordosten Wiens entsteht mit „aspern – Die Seestadt“ in den kommenden 20 Jahren schrittweise ein multifunktionaler neuer Stadtteil für 20.000 Menschen.
Bild 3: Das Museumsquartier in Wien zählt zu den größten Kulturarealen der Welt und zeichnet sich durch eine hohe Aufenthaltsqualität aus. Den Innenhof schmücken farbenfrohe Outdoor-Möbel namens „Enzi“ – ein Entwurf der Wiener Architektengruppe PPAG, benannt nach der ehemaligen Prokuristin des Museumsquartiers Daniela Enzi.
Bild 4: Der Volksgarten Wien ist seit 1825 als Parkanlage öffentlich zugänglich. Gut erhaltene Denkmäler, ein liebevoll gepflegter Rosengarten, viele Sitzmöglichkeiten sowie ein Café laden zum Verweilen und Erholen ein.
Bilder: Fotolia, Schreinerkastler.at

Wien - Die Stadt der Grünräume

Einen hohen Wohlfühlfaktor vermitteln die großzügigen Grünflächen zur Freizeitgestaltung, wie der Wienerwald und die Donauinsel, die derzeit rund die Hälfte der Stadtfläche ausmachen. Ihren zeitgemäßen Erhalt und Ausbau entsprechend dem Bevölkerungszuwachs in den kommenden Jahren, hat sich die Wiener Smart City Rahmenstrategie ebenfalls zur Aufgabe gemacht.

EU-Initiative „European Smart Cities and Communities“

Europäische Vorzeigeprojekte gefragt 

Den „Smart City“-Gedanken greift politisch die EU-Initiative „European Smart Cities and Communities“ auf. Der Förderschwerpunkt ist Teil des europäischen Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont 2020“ und fordert Städte, Partner aus der Industrie und Bürger auf, gemeinsam Lösungsvorschläge für die Bereiche Energie und Versorgung, Verkehr und Logistik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie zu entwickeln.
Für Leuchtturmprojekte mit Signalwirkung stellt die EU Fördermittel zur Verfügung. Projektvorschläge können noch bis zum
05. Mai 2015 eingereicht werden. Für die Programmkoordination in Deutschland ist unter anderem die Nationale Kontaktstelle Energie, www.nks-energie.de, zuständig.

Weitere Informationen

  • EU-Initiative „Smart Cities and Communities 2015“ (SCC)
    Zum aktuellen Förderschwerpunkt der EU findet am 12. Februar 2015 in Brüssel ein offizieller Informationstag statt. Im Fokus stehen Erläuterungen zu den Inhalten des Ausschreibungs-schwerpunktes SCC-1 (Leuchtturmprojekte) sowie die Möglichkeit zum Austausch unter den Teilnehmern. Anmeldungen sind bis zum 10. Januar 2015 möglich:
    http://ec.europa.eu/research/index.cfm?pg=events&eventcode=A2BB2E69-0D3D-13D9-D927C5762E197D63
  • Smart Cities Week 2015
    Vom 04. – 06. März 2015 findet in Salzburg das Fach-Symposium „Smart Cities Week 2015“ mit dem Themenschwerpunkt „Energiezukunft sozial & innovativ durch integrierte System-Lösungen“ statt. In Vorträgen und Workshops werden verschiedene Aspekte dieser Herausforderung beleuchtet und Lösungswege aufgezeigt. Veranstalter der Tagung ist das Österreichische Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie sowie der österreichische Klima- und Energiefonds. Ein detailliertes Programm sowie die Online-Anmeldung ist ab Anfang Januar 2015 möglich unter:  http://www.smartcities.at/service/veranstaltungen/smart-cities-week-2015/