Paleisbrug in Hertogenbosch NL - s'Hertogenbosch

Palaisbrücke in s’Hertogenbosch (Niederlande):
Grüne Verbindung zwischen Altstadt und Wohngebiet „Paleiskwartier“

Gelungene Nutzungsvielfalt

Fußgänger- und Radfahrweg, Grünanlage und Aussichtsplattform: Die im Mai 2015  eröffnete Paleisbrücke in der niederländischen Gemeinde s’ Hertogenbosch ist alles in einem. Nach einem Entwurf des Architekturbüros Benthem Crouwel gestaltet, spannt sich die 250 Meter lange und 10 Meter breite Brücke aus Cortenstahl über das Gleisbett des Bahnhofs und verbindet das historische Stadtzentrum mit dem Wohngebiet „Paleiskwartier“.
Mit ihrer ausgefallenen Architektur, dem markanten rostbraunen Stahl, sowie der Gestaltung als grüne Oase mitten in der Stadt, schafft die Brücke den Bezug zu den umliegenden Bahnanlagen und dem angrenzenden landschaftlich einzigartigen Naturgebiet Gement, auf das sich von der Brücke aus ein herrlicher Blick eröffnet.

Planer und Beteiligte

Auftraggeber: Gemeinde
s’Hertogenbosch, Niederlande
Lichtplanung: Robert-Jan Vos
Projektpartner: Benthem Crouwel Architecten, Landschaftsarchitekt Piet Oudolf, Planungsgesellschaft Grontmij
Leuchten: Säulenleuchten und Lichtpoller CITY ELEMENTS von Hess
Fotos: Hess

Ein Ort zum Wohlfühlen

Begrünung mit Pflanzen und Bäumen

Ihren parkähnlichen Charakter verdankt das Bauwerk zahlreichen Pflanzbeeten, Bäumen und auch den Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen in luftiger Höhe einladen. Der vom Landschaftsarchitekten Piet Oudolf erarbeitete Begrünungsplan unterteilt die Brücke in drei unterschiedliche Bereiche: An der Seite des Stadtzentrums prägt eine savannenartige Begrünung mit Pflanzen und freistehenden Bäumen die Gestaltung. In der Mitte der Brücke überwiegen – der Aussicht geschuldet – niedrige Pflanzen und auf der Seite des „Paleiskwartier“ bestimmen erneut Bäume die Vegetation.
Die Auswahl der Bepflanzung erfolgte zudem auch nach unterschiedlichen Blütezeiten – dadurch beeindruckt die Brücke das ganze Jahr hinweg mit einem immer wieder „neuen“ Erscheinungsbild.

Brückenheizung für den Winter

Darüber hinaus zeichnet eine weitere Besonderheit die Paleisbrücke aus: Um die Brücke im Winter vor Frost zu schützen, verfügt sie über eine Heizung in Form eines Sonnenkollektors. Die über die Sommermonate gespeicherte Wärme wird im Winter für die Heizung der Brücke verwendet. Sie gewährleistet eine konstante Temperatur von 10 Grad Celsius im Brückendeck und auf den Treppenanlagen und hält das Bauwerk während der kalten Jahreszeit vollständig schnee- und eisfrei.

Attraktiv: Auch und gerade im Dunkeln durch maßgeschneiderte Lichtlösung

So attraktiv wie am Tag präsentiert sich die Brücke auch in den Abend- und Nachtstunden: Ein maßgeschneidertes Beleuchtungskonzept, für das unter anderem CITY ELEMENTS-Säulenleuchten und -Poller von Hess ausgewählt worden
sind, setzt die Wege und Beete ansprechend in Szene.

Experten-Interview

Lichtdesigner Robert-Jan Vos hat im Auftrag der Gemeinde s’Hertogenbosch die projektspezifische Lichtlösung konzipiert und auf die Eigenheiten der Brücke abgestimmt. Wir haben mit dem Lichtexperten über die wesentlichen Eckpunkte der Beleuchtung gesprochen.

1. Herr Vos, können Sie uns etwas über den Projektentwurf erzählen?

„Auf Basis des Entwurfes von Benthem Crouwel haben mich der Architekt, die Planungsgesellschaft Grontmij und die Gemeinde s’Hertogenbosch damit beauftragt, ein passendes Beleuchtungskonzept für die Palaisbrücke zu erarbeiten. Das Lichtkonzept musste neben den ästhetischen Aspekten und den zu beachtenden Normen auch die Kosten für Instandhaltung, Verwaltung und Energie berücksichtigen und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Während des Auftrags erfolgte hinsichtlich aller Feinabstimmungen und Entscheidungen eine enge Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Benthem Crouwel. Grontmij wiederum war verantwortlich für die Beratung beim bautechnischen Entwurf und für die Installation.“

2. Wie lauteten die wichtigsten Ausgangspunkte für die auf der Brücke befindlichen Beleuchtungselemente?

„Die Beleuchtung musste den Projektzielen entsprechen, was das Erfüllen von vielerlei Anforderungen, darunter auch visuelle Vorgaben, umfasste. Hierzu gehörten ästhetische und architektonische Gesichtspunkte, aufgabenbezogene Anforderungen sowie Funktionalitäts- und Nachhaltigkeitsaspekte.
Wichtigster Ausgangspunkt hierbei aber war, die Lichtplanung soweit wie möglich in die ökologischen Elemente sowie in die bau- und installationstechnische Infrastruktur zu integrieren. Ich habe außerdem versucht, dem unterschiedlichen Charakter der von Piet Oudolf gestalteten Grünzonen in die Lichtplanung mit einfließen zu lassen. Die Rabatte sind beispielsweise wie beleuchtete Vitrinen angelegt. Die Allgemeinbeleuchtung hingegen bietet der Bevölkerung beste Lichtqualität und einen hohen Sehkomfort.“

3. Warum ist das Erstellen eines bestimmten Lichtbilds so wichtig?

„Der auf der Brücke angelegte Park muss meiner Meinung nach auf die Passanten eine emotionale Wirkung ausüben. Deswegen ist auch die Beleuchtung ein so wichtiger integraler Bestandteil des gesamten Entwurfs. Die Grünanlage auf der Brücke ist in Abschnitte unterteilt, die ihren jeweils eigenen Charakter besitzen. Die savannenartige Vegetation wechselt sich mit hochwachsenden Pflanzen und Bäumen ab. Genau auf diese Aspekte sind die Positionen der Lichtpunkte und deren Masthöhen abgestimmt.“

4. Wodurch haben Sie den emotionalen Beleuchtungseffekt erreicht?

„Der emotionale Effekt wird über die Akzentbeleuchtung realisiert. Jeder Lichtmast ist mit einem ausrichtbaren Spot ausgestattet, vom dem ein Lichtstrahl in einem Abstrahlwinkel von ca. 20° ausgeht. Hierüber werden die Baumwipfel, Baumstämme, Pflanzen sowie die Bodenfläche an einigen Stellen eindrucksvoll ausgeleuchtet.
Die Spots sind so ausgerichtet, dass die Passanten auf der Brücke nicht geblendet werden. Die Positionen der Spots wurden für die einzelnen Lichtmasten ganz individuell gestaltet. Deswegen war es während der Montage sehr wichtig, die Positionen und Abmessungen der Lichtmasten ganz genau einzuhalten.“

5. Warum haben Sie sich für Beleuchtungsprodukte der Produktreihe CITY ELEMENTS von Hess entschieden?

„Für mich und Benthem Crouwel waren die Aspekte Nachhaltigkeit, Energieverbrauch, Kostenkontrolle und Lichtfarbe die ausschlaggebenden Faktoren bei der Produktwahl. CITY ELEMENTS von Hess besitzen neben ihrer zeitlosen Formgebung einen multifunktionalen Charakter und werden unseren Anforderungen an die Beleuchtung und Sicherheit rundum gerecht.
Die aus Aluminium gefertigten CITY ELEMENTS sind in einer passenden Farbe lackiert, wodurch die Leuchten ein eigenes Gesicht erhalten. Die CITY ELEMENTS-Säulenleuchten wurden mit DALI-gesteuerten LED-Lichtquellen ausgestattet. Das breite Angebot an Optiken für die unterschiedlichen Elemente der CITY ELEMENTS bot darüber hinaus mehr als ausreichende Möglichkeiten, um unsere Ideen mit Licht zu realisieren.
Um von unserer Wahl auch die Gemeinde s’ Hertogenbosch und den Architekten zu überzeugen, haben wir an der Bastion Oranje am Zuidwal eine Testinstallation mit unterschiedlichen Beleuchtungselementen aus der CITY ELEMENTS-Reihe errichtet und bewerten lassen. Hier liegt eine parkähnliche Anlage vor, die sich ideal als Referenzobjekt eignet. Letztendlich war diese Testinstallation auch ausschlaggebend für die endgültige Entscheidung zugunsten von Hess.“  

6. Welche weiteren interessanten Anforderungen ergaben sich für die Beleuchtung auf der Palaisbrücke?

„Die Brücke ist mit einer Bodenheizung ausgestattet, um Glatteis im Winter vorzubeugen. Darüber hinaus wird die Brücke im Sommer auch als Sonnenkollektor verwendet, da die Bodenheizung an eine ATES (Aquifer Thermal Energy Storage) angeschlossen ist: Diese speichert die im Sommer gewonnene Wärme, um sie im Winter wiederzuverwenden.
Die angeschlossene Gesamtleistung der Beleuchtungsanlage beträgt 5,5 kW. Die Beleuchtung wird teilweise zurückgedimmt (bis zu 70 % mittels DALI-Steuerung), wodurch die aufgenommene elektrische Leistung ca. 4 kW beträgt. Dadurch verbleibt eine Reserve von 30 %, die als Kompensation für eine Lichtabnahme vorgesehen ist.
Die gesamte Beleuchtungsanlage wurde mit LEDs realisiert, die einen niedrigeren Energieverbrauch besitzen, weniger Wartung erfordern, weniger Streulicht verursachen, besser dimmbar und weniger empfindlich gegenüber Vibrationen sind, die von den unter der Brücke durchfahrenden Eisenbahnzügen verursacht werden. Für die Wartung, Instandhaltung und für Veranstaltungen wurden in gleichmäßigen Abständen vier der CITY ELEMENTS-Lichtmasten mit einer 230-V-CEE-Steckdose ausgestattet, die sich hinter einer separaten Inspektionsluke befindet.
Die Brücke wird möglicherweise noch mit Sicherheitskameras ausgerüstet. Diese lassen sich mit Hilfe eines Spezialmoduls an die CITY ELEMENTS-Lichtmasten anschließen, das sich nahtlos an die Formgebung der Masten anschließt.“

7. Können Sie nun, da das Projekt realisiert ist, sagen, dass Ihre hinter dem Entwurf liegende Idee auch verwirklicht wurde?

„Es ist immer schön, festzustellen, dass z. B. die aus einer Lichtmessung berechneten Werte nachher auch eingehalten werden. Die hinter dem Entwurf liegende Idee wurde definitiv verwirklicht. Sich auf der Brücke aufzuhalten und dabei die positiven Rückmeldungen der Kollegen, der Auftraggeber und der Passanten zu hören, ist schon ein richtig gutes Gefühl!“

Fakten

Produktinformationen

NL - s'Hertogenbosch

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Paleisbrug in Hertogenbosch
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