Experten-Interview

"VAREDO hat Charakter"

Mit VAREDO hat Designer Jean-Marc Schneider für Hess eine neue Generation an Leuchten und Stadtmobiliar kreiert, die Landschaftsarchitekten und Lichtplanern maximalen Freiraum in der Gestaltung urbaner Räume ermöglicht. Wir haben mit dem Designer über den Entstehungsprozess von VAREDO gesprochen.

1. Exklusiv für Hess haben Sie die neue VAREDO-Kollektion entworfen. Was hat Sie inspiriert und welche Kriterien haben für Sie eine Rolle gespielt?

Ein Gedanke, der mich als Designer häufig beschäftigt, lautet: « Bevor es einfach wird, ist es kompliziert ». Insofern spiegelt für mich jede Kreation grundsätzlich auch ein Stück weit die Realität wider.
Bei der VAREDO-Kollektion waren einfache Formen, frei von allem schmückendem Beiwerk, aber dennoch mit eigenem Charakter, ein wichtiges Kriterium. Genau dieser Charakter macht die Kollektion unverwechselbar und verleiht ihr zugleich einen hohen Wiedererkennungswert.
Aus der Reinheit und Schlichtheit eines Objekts sollte zudem hervorgehen, dass es Trends überdauert und keine Modeerscheinung ist. Nachhaltigkeit ist hier ein wichtiges Stichwort. Dafür bedarf es ausgewählter Materialien und einer hochwertigen Verarbeitungsqualität. Hess hat großen Wert darauf gelegt, die VAREDO-Kollektion ganz in diesem Sinne zu realisieren.

VAREDO - Nie war eine Einheit so vielfältig

2. Wie bei vielen Modellen von Hess spielt auch bei VAREDO der Familiengedanke eine Hauptrolle. Was bedeutet das konkret für die Praxis?

Den Anforderungen des alltäglichen Lebens im öffentlichen Raum gerecht zu werden. Diese Produktfamilie drängt sich durch ihre zurückhaltende Linienführung in urbanen Lebensräumen nicht auf, sondern fügt sich diskret in die Umgebung ein. Dabei geht es vor allem um die Erfüllung der Nutzungsansprüche. Gleichzeitig sollte der ästhetische Aspekt vorhanden sein, jedoch nicht gegen die bereits bestehenden Elemente der Straße ankämpfen.

3. Alle Modelle zeichnen sich durch eine stringente Formensprache aus. Was wollen Sie damit erreichen?

Eine Form auf mehrere Gegenstände zu übertragen und dadurch eine Familie zu erschaffen, erlaubt es, mehrere Funktionen für den öffentlichen Raum zusammenzuführen. Die Farbgebung ist selbstverständlich auch ein Bestandteil dieser Homogenität.
Wesentliche Merkmale der VAREDO-Kollektion sind ihre Asymmetrie und die zweifarbige Lackierung. Diese Prinzipien finden bei der gesamten Kollektion Anwendung und sorgen für ihre Einzigartigkeit.
Der ästhetische Wert von VAREDO ergibt sich meines Erachtens auch aus der fachmännischen und hochwertigen Verarbeitung. Prägend und entscheidend für das Ergebnis war die enge Zusammenarbeit mit den Ingenieuren.

4. Verzinkter Stahl, Cortenstahl, hochdruckimprägniertes Eschenholz, gewachstes Kiefernholz – zur Herstellung der Produkte werden nur ausgewählte Materialien verwendet, die für ein unverwechselbares Erscheinungsbild der Modelle sorgen. Welchen Mehrwert sehen Sie hierdurch?

Der Mehrwert der Kollektion liegt in der natürlichen Schönheit der Materialien. Dabei unterstreichen die einfachen und nüchternen Formen der Kollektion die Oberflächenstruktur und die Beschaffenheit der ausgewählten Materialien.
Durch die Verwendung von Holz und Edelstahl in Kombination mit der hochwertigen Oberflächenbehandlung der Produkte entstehen je nach Intensität des Tageslichts nuancenreiche Farbspiele und Strukturkombinationen.

5. VAREDO steht für eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten. Welchem Trend wollen Sie damit gerecht werden bzw. welches Ziel verfolgen Sie damit?

Die zugrunde liegende Idee beruht auf einer fließenden Gestaltung des öffentlichen Raumes. So nehmen beispielsweise die VAREDO-Bänke durch ihre sanft geschwungene Form die Dynamik des Raumes auf. In Kombination mit einer zweiten Bank oder mit einem Pflanzbehälter wird diese Wirkung zusätzlich betont. Dadurch grenzen sich die VAREDO-Bänke (mit oder ohne Rückenlehne) optisch von den herkömmlichen Schemata öffentlicher Sitzbänke ab.
Darüber hinaus besitzen die VAREDO-Bänke bislang ungewohnte Proportionen, die den zunehmenden linearen Stadtstrukturen entsprechen.
Die VAREDO-Kollektion zeichnen vielseitige Kombinationsmöglichkeiten aus. Das Designkonzept von VAREDO gründet auf dem sogenannten Mimikry- oder Chamäleon-Prinzip, wonach die Produkte in Farbe, Material und Kombination auf die jeweilige Umgebung abgestimmt werden können. Diese Wandelbarkeit und Anpassungsfähigkeit macht den Reiz der Kollektion aus und sorgt für ihren unverwechselbaren Charakter.

Jean-Marc Schneider

Jean-Marc Schneider ist selbständiger Designer mit einem breiten Schaffensspektrum: Für Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen hat der Experte bereits am Design von Motorrädern und Parfümflakons mitgewirkt. Dabei gilt sein Anspruch stets einem optimalen Verhältnis zwischen Ästhetik und Funktion.
Immer wieder prägen auch Themen zur Innen- und Außenbeleuchtung sowie zur Gestaltung urbaner Räume seine Arbeit. "Stadtmobiliar ist für mich in der Tat ein Vorliebethema. Diese Gegenstände, die für den öffentlichen Raum bestimmt sind, werden mit der Welt der urbanen Architektur konfrontiert und an sie angeglichen. Insofern besitzen diese Gegenstände eine besondere Bestimmung", fasst Jean-Marc Schneider zusammen.
Ganz in diesem Sinne hat der Experte für den Beleuchtungs- und Stadtmobiliarspezialisten Hess mehrere Produkte entworfen, unter anderem die Baumscheiben VERONA und SERPO, die Säulenleuchte VIGO sowie die Mastauslegerleuchte CANTO, die im Jahr 2000 mit dem deutschen iF product design award ausgezeichnet worden ist.
Mehrfach prämiert wurde auch die von ihm konzipierte Hess-Mastleuchte SERA. So honorierte die Lightfair New York im Jahr 2005 die Gestaltungsqualität der Leuchte mit dem „Best of Category Award for Exterior Luminaires, Site and Roadway Lighting”. Die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa verlieh dem Modell SERA den trinationalen Innovationspreis „Innovation 2006“ in der Kategorie „Best Innovation“.
Derzeit widmet sich Jean-Marc Schneider hochwexklusiven Holzkonstruktionen für den Garten, die von hochwertigen Bänken über Gartenpavillons bis hin zu überdachten Sitzplätzen reichen. Eine Übersicht seiner Entwürfe finden Sie unter www.lenia.fr