Projekt: Freiburg erstrahlt in LED-Licht

Nachhaltige Lichtlösungen

Öffentliche Lichtanlagen
auf LED-Technik umgestellt

Nach der Umrüstung der innerstädtischen Beleuchtung auf moderne LED-Technik präsentiert sich die Freiburger Altstadt in angenehm atmosphärischem Licht: 223 historische und 80 technische Leuchten wurden in den vergangenen drei Jahren im Rahmen des BMBF-Wettbewerbs "Kommunen in neuem Licht" in Zusammenarbeit mit Hess modernisiert. Gleichzeitig haben das gotische Münster, die Stadttore sowie der Rathausplatz eine stimmungsvolle Effektbeleuchtung von Hess erhalten. 

LED-Masterplan

Im Vorfeld der Umrüstungen beauftragte die Stadt Freiburg das Planungsbüro Generation-Licht aus Hemmenhofen,
einen LED-Masterplan zu erstellen. Er sollte die Lichtqualität vor Ort erhöhen und zugleich Grundlage für zukünftige energiesparende Lichtlösungen sein.

Der LED-Masterplan Freiburg hatte die Aufgabe, die historische Freiburger Altstadt in ihrer Gesamtheit zu erfassen und das abendliche Erscheinungsbild der stadtbildprägenden Elemente aufeinander abzustimmen. Dabei war es das erklärte Ziel, die historische Struktur sowie die Altstadt besser sichtbar zu machen und diese wieder mehr ins Bewusstsein der Besucher und Bewohner zu rücken. Die realisierten Beleuchtungslösungen in der Innenstadt, an den Stadttoren, im Stadtgarten sowie am Münster- und Rathausplatz leisten dazu einen wertvollen Beitrag.

Breites Einsatzspektrum der
LED-Technologie ausgeschöpft

Mustergültige Lichtkonzepte

Durch den vielseitigen Einsatz in der Platz- und Straßenbeleuchtung sowie zur Anstrahlung sah die Jury die Übertragbarkeit der Lichtlösungen auf andere Kommunen als beispielhaft und damit das Wettbewerbsziel als erreicht an.
"Im Einzelnen wurden 223 historische und 80 technische Leuchten umgerüstet. Da wir in der Innenstadt weiterhin weißes Licht beibehalten wollten und dort
noch weitgehend Quecksilberdampf-Lampen installiert hatten, bot sich mit dem Wettbewerb die Möglichkeit, eine zügige Umrüstung mit neuester Technik vorzunehmen. Aber auch bei den Anstrahlungen historischer Gebäude hat sich die Chance geboten, unseren lang ersehnten Wunsch zu erfüllen, das Freiburger Münster komplett anzustrahlen", fasst Franz Bühler, Sachgebietsleiter Neubau der Abteilung Verkehrswegebau beim Garten- und Tiebauamt Freiburg, die städtischen Anliegen zusammen.  
Das BMBF-Projekt umfasste folgende Teilvorhaben: 
  • Modernisierung der Altstadtleuchten in der Innenstadt
  • Modernisierung der Bestandsleuchten im Stadtgarten
  • Beleuchtung des Rathausplatzes
  • Illumination des Münsters
  • Anstrahlung der historischen Stadttore
  • Beleuchtung einer Teststrecke am Dreisamufer mit LED-Solarleuchten

Franz Bühler

Sachgebietsleiter Neubau,
Abteilung Verkehrswegebau beim
Garten- und Tiefbauamt Freiburg

„Im Rahmen des Projektes "Kommunen in neuem Licht" konnte die Innenstadt bereits zu ca. 50% auf LED-Licht umgestellt werden. Dabei konnten wir eine Energieeinsparung von 62 Prozent erzielen. Durch die bisher guten Erfahrungen werden wir in den nächsten Jahren auch die restlichen Leuchten auf LED umstellen."

Lichttechnische Messungen vor Ort

Daten zur Beleuchtungsqualität

Vor und nach den Umrüstungen fanden durch die technische Universität Darmstadt und dem Steinbeis Transferzentrum für Beleuchtungsoptik und Lichttechnik lichttechnische Messungen statt, um Daten zur Beleuchtungsqualität sowie zum Energieverbrauch der alten und neuen Beleuchtung zu erheben. Die Ergebnisse der Vorab-Messungen sind in die Planungsüberlegungen für die neue Beleuchtung eingeflossen und haben maßgeblich zur Produktauswahl beigetragen.
Darüber hinaus wurden vor und nach der Umrüstung Bürger befragt, um die Akzeptanz der LED-Beleuchtung in der Bevölkerung zu erfassen.

Maßgeschneiderte Lichtkonzepte 

Unter Berücksichtigung verschiedener technischer und gestalterischer Anforderungen sind in der Freiburger Altstadt rund 300 Leuchten umgerüstet worden, darunter 223 historische Schelenz-, Freiburg- und Baden-Baden-Leuchten sowie 36 Überspannungs- und 44 Mastleuchten. Die historischen Leuchten wurden mit dem speziell für diesen Leuchtentyp entwickelten LED-Nachrüstsatz "cLED" von Hess in Glühlampenoptik bestückt - so konnten die Leuchtenköpfe erhalten bleiben. Die warme Lichtfarbe gewährleistet eine stimmungsvolle Ausleuchtung der Umgebung. Bei gleich bleibender bzw. erhöhter mittlerer Beleuchtungsstärke und einer größeren Gleichmäßigkeit der Anlage ist es gelungen, etwa 50 bis 60 Prozent Strom einzusparen.
Darüber hinaus kamen unterschiedliche Hess-Leuchten zu Einsatz, darunter die Mastaufsatzleuchte RESIDENZA im Stadtgarten und in der Schiffstraße sowie die Überspannungsleuchte NOVARA mit dem LED-Modul LEVO unter anderem in der Herren-, Schuster- und Merianstraße. Sie sorgen mit einer warmen Lichtfarbe von 2900 Kelvin für eine sehr angenehme Lichtstimmung und eine gleichmäßige, blendfreie Lichtverteilung. 
Auf dem Freiburger Münsterplatz können Besucher heute ein einzigartiges Zusammenspiel innovativer LED-Technologie und gotischer Münsterarchitektur erleben. Von den insgesamt 119 verbauten LED-Strahlern wurden 55 modifizierte Modelle als Bodeneinbauleuchten rund um das Freiburger Wahrzeichen bündig in den Pflasterbelag eingelassen. Sie illuminieren wirkungsvoll die Fassade, Figuren sowie das gotische Hauptportal und das Südportal im Renaissancestil.

60 Prozent Energieeinsparung

Im Zuge der realisierten Umrüstungen hat die Stadt Freiburg eine Energieeisparung von 62 Prozent erreicht. Dadurch verringert sich der CO2-Ausstoß um 67 Tonnen pro Jahr.

Große Zustimmung für neue Beleuchtung 

Die Auswertung der umfangreichen Bürgerbefragungen hat eine sehr breite Akzeptanz der neuen LED-Beleuchtung in der Bevölkerung ergeben. "Insbesondere das Sicherheitsgefühl ist bei Bürgern und Passanten nach der Umstellung deutlich gestiegen. Auch die Wahl der Lichtfarbe mit 2900 Kelvin trägt entscheidend dazu bei, dass die LED-Beleuchtung als angenehmes Licht wahrgenommen wird", sagt Franz Bühler. Darüber hinaus wird den innerstädtischen Bereichen eine gestiegene Attraktivität zugesprochen.

Aufgrund der sehr guten Erfahrungen mit der neuen Technologie will die Stadt Freiburg die Modernisierung der Bestandsleuchten weiter fortsetzen. "Als Green City ist Freiburg neuen Technologien, die der Energieeinsparung dienen und die CO2-Werte reduzieren, sehr aufgeschlossen", ergänzt der zuständige Projektleiter des Freiburger Garten- und Tiefbauamts Franz Bühler. Die Umrüstung der restlichen Innenstadtleuchten auf LED-Technik ist für die nächsten Jahren vorgesehen.

Weitere Informationen

Broschüre der Stadt Freiburg
zum BMBF-Wettbewerb
"Kommunen in neuem Licht"
DOWNLOAD (PDF, 3,7 MB)